Unsere Philosophie: Sorten. Charakter.

Blick über den Weinberg in St. Nikolai ob Draßling – Weingut Trummer
Blick über den Weinberg in St. Nikolai ob Draßling – Weingut Trummer
Mit unserer kontrollierten Bio-Umstellung stand für uns eine Frage im Zentrum: Wie arbeiten wir nach biologischen Richtlinien, ohne dass unsere Weine dabei etwas verlieren – ihre klare Frucht, den Charakter jeder Sorte, die Haltbarkeit und die Fähigkeit, mit den Jahren zu reifen?
Die Antwort beginnt nicht erst im Keller, sondern früher: an der Rebe, bei der Traube, im Most. Daraus ist unser Weg entstanden.

Bio ohne Verzicht

Ein Wein wird nicht besser, nur weil „Bio“ auf dem Etikett steht. Er muss im Glas überzeugen.
Die Umstellung hat uns deshalb jeden Schritt neu hinterfragen lassen: Was braucht eine Rebe wirklich? Was gelangt mit den Trauben in den Keller? Welche Stoffe bremsen den Wein später in seiner Entwicklung, und was tun wir früh, damit wir ihn später weniger lenken müssen?
So wurde Bio für uns kein Verzicht, sondern der nächste Schritt.

Die Rebe zeigt uns, was sie braucht

Nicht jede Rebe braucht dasselbe zur selben Zeit. An Blattgröße, Triebstärke, Blattfarbe und Traubenentwicklung lesen wir ab, ob die Rebe im Gleichgewicht ist: Manche brauchen mehr Wachstum, bei anderen Reben begrenzen wir es oder schaffen mehr Luft in der Traubenzone, und manchmal ist es richtig, nichts zu tun und dem Rebstock Zeit zur Erholung zu geben.
Unsere rund sechs Hektar sind überschaubar genug, um vieles selbst machen zu können und genau hinsehen zu können: beim Rebschnitt, bei der Laubarbeit, beim Ausdünnen der Trauben. 
Denn der Keller kann nur weiterführen, was im Weingarten entstanden ist.

Warum wir unsere Trauben waschen

Unsere Trauben reifen monatelang im Freien. Dabei hinterlassen Wind, Wetter und die Natur ihre Spuren auf der Beerenhaut. Deshalb waschen wir unsere Trauben vor der Verarbeitung – für einen möglichst sauberen und unverfälschten Start in die Weinbereitung. 
Wir beginnen unsere Kellerarbeit also so nah wie möglich an dem, worum es uns geht: der Traube selbst.

Im Keller früh lenken, später reifen lassen

Viele Weichen werden schon im Most gestellt. Wir lassen bestimmte phenolische Stoffe bewusst früh reagieren, damit sie gemeinsam mit dem Mosttrub entfernt werden können. Bleiben sie im Wein, können sie später Bitterkeit, Bräunung, Altersnoten und Veränderungen der Aromatik fördern.
Wer früh für klare Voraussetzungen sorgt, muss den Wein später nicht in eine Richtung drängen. Wir greifen also nicht ein, um den Wein zu formen, sondern damit wir ihn später weniger formen müssen, und ihm Zeit lassen können, zu dem zu werden, was in der Traube schon angelegt ist.

Reine Seele

Das Beste eines Jahrgangs, für jede Sorte 
Welche Trauben zur Reinen Seele werden, steht nicht vor der Saison fest. Kein Jahr bringt in derselben Lage die besten Trauben: Hitze, Trockenheit und die Verfügbarkeit von Wasser wirken in jedem Weingarten anders. Erst während der Reife zeigt sich, wo eine Sorte in diesem Jahr ihre Höchstform erreicht.
Entscheidend ist nicht die späteste Lese oder die reifste Traube, sondern was in ihr steckt: klarer Sortencharakter, aromatische Tiefe und Entwicklungspotenzial. Viele Trauben sind gut. Reine Seele wird nur, was uns bei einer Sorte wirklich überzeugt, unsere strengste Auswahl und das Beste, was der Jahrgang in unseren Weingärten hergibt.

Rein heißt nicht unberührt

Auch die besten Trauben zeigen im Wein nicht von selbst alles, was in ihnen steckt. Im Keller lässt sich viel prägen, durch Holz, Hefe oder die Art der Reife. Auch so entstehen große Weine. Bei Reine Seele wollen wir aber etwas anderes: das Aromapotenzial von Sorte und Jahrgang nicht überdecken, sondern freilegen. Deshalb entscheiden wir bei jedem Wein neu, welcher Ausbau ihn dabei am besten trägt, mehr Zeit auf der Feinhefe, der Ausbau im Stahltank oder neutrales Holz für eine Struktur, die den Sortencharakter stützt. Der Ausbau steht dabei nie im Vordergrund; er macht die Frucht klarer und gibt dem Wein Zeit, sich weiterzuentwickeln. 
So zeigt Reine Seele, was in einer Sorte in diesem Jahr wirklich steckt.

Wie schmecken Trummer-Weine am besten?

Trinken Sie unsere Weine gerne ein wenig wärmer als andere, die Aromen entfalten sich dann besser. Angebrochene Flaschen können Sie guten Gewissens einige Tage im Kühlschrank stehen lassen, die Weine behalten ihr Aroma. Unsere Weine können Sie sogar einige Jahre lagern (die richtigen Temperaturen vorausgesetzt), sie reifen herrlich.